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Ein geheimnisvoller Duft

Flacon

 

Adlerholz

Vom teuersten Duft der Welt

Monika Kovacsics und Stefan Degert
Monika Kovacsics und Stefan Arens bei den Dreh­ar­bei­ten im Regen­wald

Adlerholz ist der teuerste Duft der Welt. Vor allem in den arabischen Ländern wird Adlerholz seit Jahrtausenden als Parfüm und für Rituale verwendet. Seit kurzem erobert der betörende Duft auch die Parfümerien der westlichen Metropolen.

Wie der sagenhafte Duft entsteht ist bislang ein Geheimnis. Das beste Adlerholz kommt aus den Regenwäldern Südostasiens. Auf der indonesischen Insel Lombok leben viele Bewohner seit Generationen vom Handel mit Adlerholz. Doch seit Adlerholz weltweit ein lukratives Geschäft wurde, ist der Baum vom Aussterben bedroht. Gnadenlos werden die letzten Exemplare gefällt, um an das einmalige Harz zu gelangen. Nun hat ein Wettlauf zwischen dem Aussterben und dem Wiederaufforsten begonnen. Ein deutsch-indonesisches Wissenschaftlerteam untersucht, wie man die Baumart retten kann. Wissenschaftler vom Forschungszentrum Jülich und der indonesischen Universität Mataram entwickeln eine forstwirtschaftliche Methode zur nachhaltigen Produktion. Vielleicht könnte auch ein synthetischer Nachbau des Duftes den Raubbau eindämmen. Doch die „Formel des Adlerholzes“ ist komplizierter, als erwartet.

 

Fotostrecke

Frau auf der Champs-Elysée in Paris
Auf der Champs-Elysée lockt ein exotischer Duft aus dem Orient
Firas Al Murabet
Pafumhändler Firas Al Murabet erzählt die uralte Geschichte des Adlerholzes
Makro eines Astlochs im Baumstamm
Das intensiv duftende Harz bildet der tropische Adler­holz­baum nur nach Ver­letzungen

Adlerholzbäume
Wilde Adler­holzbäu­me in Indo­ne­sien – nur wenige Ein­hei­mi­sche ken­nen den Stand­ort
Claudio Cerboncini
Wissenschaftler Claudio Cerboncini analysiert Adler­holz­baum­arten für eine Gendatenbank
Baumstamm mit vielen eingeschlagenen Nägeln
Eingeschlagene Nägel sollen die Bildung von Adlerholz be­schleu­ni­gen

Jakarta, Slums mit Skyline im Hintergrund
Jakarta, Indonesien – Haupt­um­schlags­platz für Adlerholz
Kapitän Ahmad
Kapitän Ahmad liefert regel­mäßig Adler­holz aus Papua Neuguinea
Boot wird entladen
Händler holen Adlerholz im Tausch­han­del von immer wei­ter ent­fern­ten Inseln

Destilliertes Öl im Glaskolben
Das Öl des Adler­holzes – der teuerste Duft der Welt
Destillateur Ramzi
Destillateur Ramzi beobachtet unerklärliche Phänomene
Gregori Hambali
Botaniker Gregori Hambali schützt in seinem Garten Adler­holz­baum­arten aus aller Welt

Petrischale mit Pilzen im Gegenlicht
Spezielle Pilzarten spie­len bei der Bil­dung von Adler­holz eine ent­schei­den­de Rolle
Mulat Isnaini
Phytopathologin Mulat Isnaini von der Universität Mataram erforscht die am Duft be­tei­lig­ten Pilze
Nase am Gaschromatographen
Die chemische Zusam­men­setzung von Adler­holz ist bis­lang nicht geklärt

 

Soviel ist sicher: Wunden und Verletzungen im Geäst verschließt der Baum mit Harz, das von Pilzen infiziert wird – so entsteht das wohlriechende Adlerholz, mit dem sich der Baum vor dem Verrotten schützt. Ausgerechnet dieser Überlebensmechanismus, der sich im Laufe von Jahrmillionen entwickelt hat, könnte ihm jetzt zum Verhängnis werden. Die gnadenlose Jagd nach den Adlerholzbäumen, egal ob sie das duftende Harz enthalten oder nicht, führt zum Aussterben der Baumart Aquilaria. Ein Beispiel, wie eine Pflanzenart, die über Jahrtausende und in vielen Kulturen den Zauber, das Geheimnis und den Reichtum des Planeten ausmacht, fast unbemerkt verschwindet; noch bevor wir in den abendländischen Regionen überhaupt etwas von ihrer Großartigkeit mitbekommen. Die letzten Adlerholz-Baumriesen lassen sich allenfalls noch in Botanischen Gärten bestaunen.

 
Ein Film von Monika Kovacsics und Stefan Arens